Kopfhörerverbot schiesst über das Ziel hinaus

RoadCross Schweiz unterstützt die Forderung nach einem Verbot von Kopfhörern im öffentlichen Raum nicht. Das Anliegen, das von Berufs-Chauffeuren und SVP-Nationalrat Ulrich Giezendanner im „Blick“ formuliert worden ist, kriminalisiert normale Bürger und wäre in der Praxis kaum umsetzbar. Der sinnvolle Weg: Kontinuierliche Aufklärungsarbeit.

 

Wie der „Blick“ heute schreibt, fordern Berufs-Chauffeure ein Verbot von Kopfhörern im öffentlichen Raum. „Ein Verbot wäre wichtig“, „Im Strassenverkehr muss man alle Sinne nützen können“, so die Argumente. Unterstützt wird das Anliegen von SVP-Nationalrat Ulrich Giezendanner. Die Stiftung für Strassenverkehrsopfer RoadCross Schweiz teilt die Auffassung, dass Fussgänger, die sich mit Kopfhörern im Strassenverkehr bewegen, ihr Umfeld weniger gut wahrnehmen können und sich und andere Verkehrsteilnehmer dadurch einer potenziellen Gefahr aussetzen. Ein Verbot von Kopfhörern im öffentlichen Raum greift jedoch zu weit. Es kriminalisiert normale Bürger und wäre in der Praxis kaum umsetzbar. Zudem darf nicht vergessen werden, dass in den meisten Unfällen mit Fussgängern die Schuld nicht allein beim Fussgänger liegt. Ein Verbot würde dazu führen, dass bei sämtlichen Unfällen, die ins Schema passen, der Fussgänger quasi vorverurteilt würde.

 

Medienmitteilung – de (pdf)