Leichte Verbesserung darf nicht über Handlungsbedarf hinwegtäuschen

Die heute vom Bundesamt für Strassen ASTRA veröffentlichten Verkehrsunfallzahlen für das Jahr 2011 zeugen vom Erfolg von Präventions- und Repressionsmassnahmen und dem Nutzen von Investitionen in Infrastruktur und Fahrzeugsicherheit. Die Zahlen zeigen jedoch auch, dass ein Grossteil der Unfälle auf Fehlverhalten der Verkehrsteilnehmer zurückzuführen ist. Strassenverkehrsunfälle führen zu jährlich rund 13 Milliarden Franken an Kosten für die Allgemeinheit.

 

Noch immer werden in der Schweiz täglich über 12 Personen schwer verletzt und leiden an den Unfallfolgen oftmals ein Leben lang. Noch immer kommt fast täglich eine Person auf Schweizer Strassen ums Leben. 2011 starben mehr Fahrradfahrer, mehr Motorradfahrer wie auch mehr Fussgänger auf Fussgängerstreifen als im Jahr zuvor. Automobilisten, noch immer die grösste Unfallgruppe, profitieren überdurchschnittlich vom technischen Fortschritt in der Fahrzeug- und Infrastruktursicherheit.

 

Mit Prävention beim Fehlverhalten ansetzen

Wie die Zahlen weiter zeigen, sind die Hauptunfallursachen Vortrittsmissachtung, Unaufmerksamkeit, Ablenkung, Geschwindigkeit und der Zustand des Lenkers. Unfallverursacher sind prozentual am häufigsten Junglenker. Eine Intensivierung von Präventionsmassnahmen in dieser Altersgruppe weist grosses Potenzial für eine weitere Senkung der Verkehrsopferzahlen auf. RoadCross führt jährlich 500 Präventionsveranstaltungen bei Jugendlichen zwischen 16 und 20 Jahren durch. Wir bitten interessierte Berufsschulen, Gymnasien, Sportclubs, Jugendheime etc., sich mit uns in Verbindung zu setzen.

 

Appell an Fussgänger und Motorfahrzeuglenkende zu gegenseitiger Rücksichtnahme

Eklatant zeigt sich das Verhalten von Verkehrsteilnehmern in der Fussgängerstreifen-Problematik. 2011 wurden auf Schweizer Fussgängerstreifen rund 1‘000 Menschen verletzt, 292 davon schwer. 28 Menschen verloren ihr Leben. RoadCross appelliert deshalb an Fussgänger wie auch an Autofahrer zur gegenseitigen Rücksichtnahme.

 

Jetzt gefährliche Fussgängerstreifen melden

Bei falschem Verhalten kann die Infrastruktur über Leben und Tod entscheiden. Nach wie vor entspricht die Hälfte der 45‘000 Fussgängerstreifen nicht den geltenden Sicherheitsnormen. Aufgrund unübersichtlicher, falsch platzierter, schlecht beleuchteter oder anderweitig mangelhafter Fussgängerstreifen rangiert die Schweiz bei der Fussgängerstreifensicherheit nur im europäischen Mittelfeld.
Auch in dieser Hinsicht fordern wir sowohl Motorfahrzeuglenkende wie auch Fussgänger auf, aktiv zu werden und RoadCross mit der Smartphone-App „CrossCheck“ oder über die RoadCross-Webseite gefährliche Fussgängerstreifen zu melden. RoadCross setzt sich sodann mit den zuständigen Behörden in Verbindung.

 

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